Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in: Fachschule für Betriebswirtschaft – Vollzeit

Praxisbezug und Wirtschaftsnähe: Fachschule für Betriebswirtschaft

Mitarbeiter führen, den Kundenservice systematisch verbessern und dabei die Zahlen im Blick behalten – das sind einige der Aufgaben von Marcel Fobian bei der Pfiff-Möbel GmbH. Bis er als staatlich geprüfter Betriebswirt in der Logistikbranche durchgestartet ist, hat er in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn schon einige spannende Aufgaben übernommen.

Nach seinem Realschulabschluss verpflichtete Marcel Fobian sich für acht Jahre bei der Marine als Unteroffizier, wo er auch eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolvierte. Anschließend bildete er für mehrere Jahre Soldaten am Taktikzentrum der Marine in Bremerhaven aus. Dort wurden am Großsimulator Manöver der Bundeswehr trainiert: „Das kann man sich wie eine große PlayStation vorstellen“, erklärt Marcel Fobian mit einem Augenzwinkern. Eigentlich sollte seine Dienstzeit bei der Bundeswehr danach enden, aber 2010 wird er für einen ganz besonderen Auslandseinsatz angefragt: Für den gebürtigen Eutiner ging es nach London, wo er als Teamleiter im NATO Maritime Command arbeitete. Dort werden alle Einsätze der NATO, beispielsweise die Anti-Piraterie-Operationen, koordiniert. Neben Routineaufgaben gab es daher auch immer wieder echte Notsituationen. „Ich war nachts Ansprechpartner für Schiffe, die von Piraten angegriffen wurden,“ berichtet der 30-jährige. „Das waren schon sehr aufregende Einsätze.“ 

2014 verlässt Marcel Fobian endgültig die Bundeswehr. Um gut auf die Rückkehr in das zivile Berufsleben vorbereitet zu sein, meldet er sich über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr an der Fachschule für Betriebswirtschaft in Lübeck an. „Das besondere war, dass ich neben der Fachhochschulreife auch gleichzeitig den anerkannten Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt mit der Spezialisierung Logistik erlangen konnte.“ Die Weiterbildung baut auf einer kaufmännischen oder verwaltenden Erstausbildung sowie erster Berufserfahrung auf. Für Marcel Fobian und seine Mitstreiter standen dafür zwei Jahre lang neben betriebswirtschaftlichen Themen wie Controlling, Personal- und Rechnungswesen und vor allem Logistikprozesse auf dem Plan. An der Fachschule schätzte er insbesondere den großen Praxisbezug und die Nähe zu den Dozenten. „Zu unserem Logistikdozenten Dr. Uhlmann habe ich noch heute regelmäßig Kontakt“ berichtet Marcel Fobian.

Seit September 2016 leitet er den Bereich „Logistik und Kundenservice“ der Pfiff-Möbel GmbH und ist dort für circa 20 Mitarbeiter sowie den firmeneigenen Fuhrpark zuständig. Bereits zu Beginn seiner Tätigkeit konnte er eine verantwortungsvolles Projekt übernehmen und die Planung sowie den Bau des neuen Zentrallagers der Firma koordinieren. Zu seinen täglichen Aufgaben gehören unter anderem das Controlling sowie die Verbesserung der Prozesse, die Unterstützung der Social Media Aktivitäten sowie die Optimierung des Kundenservices.

Beruflich hat der 30jährige Logistikspezialist schon viel erreicht. „Die Weiterbildung an der Fachschule bildet auf jeden Fall eine gute Grundlage – sowohl für meinen jetzigen Job als auch für eine spätere Weiterqualifizierung“, so Marcel Fobian.

Wissen für den Aufstieg

Mit 25 Jahren Prokuristin einer mittelständischen Firma – für Savina Fohsack ging es auf der Karriereleiter schon sehr früh steil nach oben. Bereits nach der Ausbildung zur Bürokauffrau stand fest, dass sie in einigen Jahren das Familienunternehmen, die Fohsack Getränke GmbH mit Hauptsitz in Ellerbek, übernehmen würde. Auf dem Weg dorthin begleiteten sie Cash Flow, Return on Investment und doppelte Buchführung: Um gut gerüstet für die neuen Anforderungen zu sein, bereitete sie zwei Jahre lang an der Fachschule für Betriebswirtschaft der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein auf die Führungsposition vor.

„Ich wollte die Prozesse und Zusammenhänge im Unternehmen verstehen und trotzdem in kurzer Zeit einen betriebswirtschaftlichen Abschluss machen - daher kam eine Universität nicht in Frage“, berichtet die Pinnebergerin. Als praxisnahe Alternative zum Studium ermöglicht die Weiterbildung an der Fachschule nach zwei Jahren Lehrgang in Vollzeit oder drei Jahren Lernen neben dem Beruf den Abschluss als staatlich geprüfte Betriebswirtin.

Während der Weiterbildung stehen umfangreiche betriebswirtschaftliche Kenntnisse auf dem Programm. Da der Lehrgang breit gefächert ist, bereitet er auf ganz verschiedene Positionen in unterschiedlichen Branchen vor. Dazu können die Fachschüler ihre Kenntnisse je nach Interesse in verschiedenen Bereichen wie Personalwesen, Marketing oder Controlling vertiefen. Aber auch angehenden Existenzgründern oder Wiedereinsteigerinnen, die nach einer längeren Familienphase wieder im Beruf durchstarten wollen, ermöglicht die Aufstiegsqualifizierung eine ausgezeichnete Grundlage. Den Absolventen eröffnet sich zudem noch eine weitere Perspektive: Zusammen mit dem staatlichen Abschluss erlangen sie auch die Fachhochschulreife, mit der ein anschließendes Studium an einer Berufsakademie oder Hochschule möglich ist.

Savina Fohsack verließ für den Vollzeitlehrgang ihre Pinneberger Heimat und zog für zwei Jahre nach Kiel. Unter der Woche lernte sie alles rund um die Betriebswirtschaft, an den Wochenenden arbeitete sie weiterhin im Familienunternehmen: „Zeit für Hobbys hatte ich nicht“, gibt die ehrgeizige 25jährige zu. Genießen konnte sie die zwei Jahre in der Landeshauptstadt trotzdem. Insbesondere die Förde hatte es ihr angetan und so kam sie so oft wie möglich zum Entspannen und zum Lernen an die Hörn.

Im Oktober 2010 erhielt die Ellerbekerin ihren Abschluss und durfte sich bereits mit 23 Jahren staatlich geprüfte Betriebswirtin nennen. Als eine der jüngsten Teilnehmerinnen der Weiterbildung nimmt sie nicht nur das Fachwissen mit: „Ich konnte sehr von den beruflichen Erfahrungen der anderen Fachschüler profitieren. Meine Klasse war eine bunte Mischung aus verschiedenen Altersgruppen und so haben wir ganz verschiedene Aspekte diskutiert,“ berichtet Savina Fohsack.

Gut gerüstet mit diesem Wissen konnte die frischgebackene Betriebswirtin direkt Verantwortung im elterlichen Betrieb übernehmen: Als Prokuristin darf sie die Firma jetzt geschäftlich vertreten. Zudem koordiniert sie den Fuhrpark und ist als Personalleiterin für mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. „Der Lehrgang hat mir eine sehr gute Grundlage für die Praxis geliefert. Da ich die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge kenne, kann ich schnell fundierte Entscheidungen treffen.“ Spätestens in drei Jahren wird Savina Fohsack dann das Unternehmen als Geschäftsführerin eigenständig leiten. Die Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin hat sich für sie mehr als gelohnt.

Mit Zahlen jonglieren

„Zahlen sind einfach meine Welt – Rechnungswesen und Controlling sind daher auch meine Lieblingsfächer“, schwärmt Daniel Drawz. Im Oktober 2008 begann der 27jährige die zweijährige Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt. Seitdem stehen täglich Fächer wie Finanzierung, Personalwirtschaft und Marketing sowie auch Kommunikation und Wirtschaftspolitik auf seinem Stundenplan.

Vor der Weiterbildung an der Wirtschaftsakademie entschied sich der gelernte Bürokaufmann zunächst dafür, acht Jahre zur Marine zu gehen. Dort verbrachte er die ersten Monate seiner Dienstzeit auf hoher See, kehrte danach aber an Land und in den kaufmännischen Bereich zurück: „Ich habe im Lehrgangsbüro gearbeitet, Schulungen der Bundeswehr organisiert und die Ausbilder sozusagen im Papierkrieg unterstützt“, lacht der gebürtige Brandenburger. Später war er als Personalbearbeiter bei der Bundeswehr tätig – Bildung war so schon seit längerem ein zentrales Thema in seinem Job. Wie er selbst dazu kam, sich mit BWL-Know-how für neue Aufgaben zu qualifizieren? „Da meine Zeit bei der Bundeswehr begrenzt sein wird, ist Weiterbildung für den Wiedereinstieg in die Berufswelt wichtig und wird auch entsprechend gefördert – schon während der Dienstzeit können wir uns die letzten 15 Monate dafür freistellen lassen. Zudem übernimmt die Bundeswehr auch die Kosten.“

Die Entscheidung für die Fachschule für Betriebswirtschaft der Wirtschaftsakademie hat Drawz nicht bereut: „Meine Mitschüler sind reifer und erwachsener. Hier wollen alle etwas erreichen. Wir treffen uns beispielsweise regelmäßig in kleinen Gruppen um das Gelernte zu wiederholen.“ Diesen Ehrgeiz merkt man dem 27jährigen auch an: „Mein Hobby ist die BWL“, lacht er.

Mit seinem Vater, der mit seiner Firma Wintergärten und Terrassendächer baut, diskutiert er häufig über Wirtschaftsthemen: „Seit ich an der Fachschule bin, sind auch unsere Gespräche über das Unternehmen viel tiefgründiger und detaillierter. Ich bringe ja das neuste Wissen mit nach Hause und kann dann beispielsweise den aktuellen Stand der Rechtslage erklären.“ Der von ihm gewählte Schwerpunkt Controlling hat sich schon für die Firma seines Vaters gelohnt – mit dem neugewonnenen Wissen konnte der Fachschüler den Lagerbestand optimieren.

„Vielleicht übernehme ich dann ja in einigen Jahren das Unternehmen“, blickt Drawz gespannt in seine Zukunft. Bis dahin möchte er noch andere Firmen in Deutschland kennen lernen. Seine Wahlheimat Kiel wird er dann verlassen: „Nachdem ich einige Jahre im Norden gewohnt habe, reizt mich jetzt Süddeutschland“, erklärt der Berufssoldat. Ein südlicherer Wohnort würde dann auch ganz zu seiner Wunschbranche Solarenergie passen – und mit dem Abschluss als Staatlich geprüfter Betriebswirt wird ihm der Einstieg im nächsten Jahr sicher leicht fallen.

Mit BWL-Know-how bis an die Spitze

Dass er einmal Qualitätsmanager bei einem großen deutschen Hersteller von Windenergieanlagen sein würde – das hätte Johannes Fuchs sich noch vor einigen Jahren sicherlich nicht träumen lassen. „Eigentlich komme ich ja aus dem Hotelfach“, erzählt der gebürtige Bad Malenter. „Ich habe jahrelang als Hotelfachmann in ganz Schleswig-Holstein gearbeitet und bin sogar mit einem Kreuzfahrtschiff um die ganze Welt gereist.“ Nach einem Jahr auf See kam der 30-Jährige jedoch wieder zurück in den heimischen Norden – und wollte sich beruflich verändern. „Als mir dann ein Informationsblatt über die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt an der Fachschule für Betriebswirtschaft der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in die Hände fiel, wusste ich, dass das genau das richtige für mich ist“, erinnert sich Johannes Fuchs.

Im Oktober 2005 begann er seine zweijährige Vollzeit-Weiterbildung bei der Wirtschaftsakademie in Lübeck – und war sofort begeistert von der Fachschule und ihren Dozenten. „Unsere Dozenten kamen aus der Praxis und konnten uns sehr kompakt und verständlich eine Menge über die Abläufe in der Wirtschaft vermitteln“, sagt Fuchs. „Besonders gerne denke ich dabei an unsere Betriebswirtschafts-Dozentin Frau Künzel und unseren Marketing-Dozenten Herrn Bentien zurück.“

Neben Betriebswirtschaft und Marketing standen auch noch viele weitere Fächer für Fuchs und seine Mitstreiter auf dem Programm: Rechnungswesen, Finanzierung, Personalwirtschaft, EDV und Controlling waren nur einige der Weiterbildungsinhalte der angehenden staatlich geprüften Betriebswirte.

Zum Abschluss der zweijährigen Weiterbildung stand für die Fachschüler aus den verschiedensten Branchen das Anfertigen von Projektarbeiten an. Johannes Fuchs hat sich im Rahmen seiner Projektarbeit mit einer Wettbewerbsanalyse für die Firma Fielmann in Lübeck beschäftigt – und für seine Untersuchung die Traumnote Eins erhalten. Aber das war noch lange nicht alles: „Nach den mündlichen Abschlussprüfungen war ich gleichzeitig auch Jahrgangsbester“, erzählt der 30-jährige Wahl-Lübecker bescheiden.

Heute, zwei Jahre später, ist der staatlich geprüfte Betriebswirt noch immer froh, die Weiterbildung absolviert zu haben. „Kurz nach der Weiterbildung habe ich meinen Job im Qualitätsmanagement bei REpower in Hamburg angetreten – und habe noch immer großen Spaß an der Arbeit.“ Und das BWL-Know-how, das er sich an der Fachschule angeeignet hat, kommt ihm dabei jeden Tag zu Gute. „Für mich hat sich die Weiterbildung mehr als gelohnt – ich würde es immer wieder machen“, sagt er abschließend.

UPDATE (Mai 2010)

Dem Qualitätsmanagement ist Johannes Fuchs nicht nur treu geblieben, er hat sein Know-how sogar noch weiter vertieft. Er sagt:„ Ich arbeite noch immer bei REpower und habe vor Kurzem eine Weiterbildung zum Qualitätsmanagementbeauftragten erfolgreich abgeschlossen.“ Das soll aber noch lange nicht alles für den heute 31-Jährigen gewesen sein. Er erzählt weiter: „Der Bereich hat mich mittlerweile so sehr gefangen genommen, dass ich nun auch noch meinen Qualitätsmanager mache. Im Mai stehen die Prüfungen an.“

Warum Johannes Fuchs sich neben dem Job immer weiter bildet, hat für den gelernten Hotelkaufmann einen ganz einfachen Grund. „Die Zeit an der Fachschule für Betriebswirtschaft bei der Wirtschaftsakademie in Lübeck hat mir nicht nur gezeigt welche Fähigkeiten ich habe, sondern mir vor allem bewusst gemacht, wie viel man durch berufliche Weiterbildung erreichen kann. Deswegen setze ich alles daran, mein Wissen auch weiterhin auf den neuesten Stand zu bringen.“

Fuchs, der auch fast drei Jahre nach bestandener Prüfung zum staatlich geprüften Betriebswirt noch immer Kontakt zu einigen Mitschülern und Dozenten der Fachschule hat, freut sich heute schon auf seine neuen Aufgaben nach der Qualitätsmanager-Prüfung. „Es warten jede Menge Herausforderungen auf mich, das wird sicher sehr spannend.“ Und vielleicht lässt sich dann ja auch noch ein weiterer Traum des Wahl-Lübeckers in die Tat umsetzen. „Ich würde für REpower sehr gerne noch einmal ins Ausland gehen. Am liebsten in die USA“, erzählt er.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Weiterbildung an der Fachschule für Betriebswirtschaft finden sich hier.


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